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Cannas überall!

Eine Geschichte mit Recheneffekt

Vor einigen Jahren schenkte mir eine Bekannte ein Wurzelrhizom und meinte:
"Pflanze es in einen Blumenkübel, halte die Erde feucht, habe etwas Geduld - und dann wirst du staunen!"
Ich befolgte ihren Rat, und tatsächlich wuchs aus dem unscheinbaren Etwas bald eine stattliche Pflanze heran. Die Blätter wurden fast so groß wie bei einem Bananenbaum. Im August erschienen hübsche rote Blütenrispen, an denen wir uns bis zum ersten Frost erfreuten.
Leider ist diese Pflanze nicht winterhart, denn sie stammt ursprünglich aus Südamerika. Ich grub das Rhizom aus, teilte es in zwei Teile und überwinterte es in einem Regal im Keller.

Im zweiten Jahr konnte ich zwei Cannas pflanzen und sie wuchsen prächtig heran.
Im Spätherbst grub ich sie wieder aus, teile die Rhizome, sodass sich ihre Anzahl verdoppelte, und lagerte sie im Keller ein.

In meinem dritten Canna-Jahr reichten meine Pflanzkübel nicht mehr aus und ich vergrub die Rhizome im Garten.
An sich bin ich eher für einen naturnahen Garten mit einheimischen Gewächsen, aber die Cannas bewährten sich als attraktiver und pflegeleichter Sichtschutz. Außerdem wagte sich nicht eine dieser ekligen Nacktschnecken an diese Pflanzen. Ich hatte somit einen praktischen Schnecken-Schutzwall am Gartenzaun.
Deshalb nahm ich den Aufwand mit dem herbstlichen Aus- und dem frühjährlichen Eingraben auf mich.
Jedes Jahr verdoppelte sich die Anzahl der Rhizome.

Am Ende meines siebten Canna-Jahres breitete ich die Rhizome auf der Wiese zum Trocknen aus.
Dixi hatte mir beim Ausgraben geholfen und trippelte nun etwas ratlos um die Cannas herum:
"Wie sollen wir die alle im Kellerregal unterbringen? So viel Platz haben wir nicht!"
Dabei hatten wir diesmal die Rhizome noch gar nicht geteilt!
"Wir müssen leider einen Teil davon auf dem Kompost entsorgen", meinte ich.
"Das kommt nicht in Frage!" protestierte Dixi. "Da tun mir die Pflanzen leid!"
"Aber was willst du machen?" fragte ich ihn. "Wenn es so weitergeht, dann haben wir bald nur noch Cannas im Garten! Cannas, Cannas überall!"

Dixi überlegte ein Weilchen und verschwand dann im Haus. Kurz vor dem Mittagessen tauchte er wieder auf und hielt einen Computerausdruck im Pfötchen. Er hatte ein hübsches Foto unserer Cannas herausgesucht und dazu geschrieben:
"Cannas kostenlos abzugeben!"
"Das Schild hängen wir an den Zaun", meinte er. "Daneben hängen wird Tüten, in jede Tüte kommt eine Wurzel. Wer mag, kann sich eine Tüte mitnehmen".
Ich hatte so meine Zweifel, ob jemand an unseren Pflanzen Interesse hätte. Aber da sich unser Garten direkt an einem viel begangenen Wanderweg befindet, konnte seine Idee vielleicht funktionieren.
Ich hing das Schild und 10 Tüten mit Cannas an den Zaun.
Nach dem Mittagsschläfchen schaute ich nach und staunte nicht schlecht - es hingen nur noch zwei Tüten da!
Ich füllte unser Zaunangebot wieder auf 10 Tüten auf. Am Abend waren noch drei Tüten übrig, die ich über Nacht in den Schuppen brachte.
Am nächsten Morgen hängte ich 10 Tüten hin und abends waren nur noch drei Tüten übrig.
So verfuhr ich auch am dritten Canna-Verteilungstag: Ich hängte 10 Tüten auf, vormittags wurden sechs Tüten abgeholt und ich füllte wieder auf. Am Abend waren noch fünf Tüten übrig.

Inzwischen war es frostig geworden, der erste Schnee fiel und ich entschied:
"Die restlichen Tüten behalten wir, die paar Wurzeln können wir noch im Regal unterbringen."

Jetzt sitzen wir bei Tee und Kerzenschein gemütlich im Wohnzimmer und schauen hinaus in die Schneelandschaft. Dixi schwärmt:
"Im nächsten Sommer werden wir spazieren gehen und ringsum in den Gärten unsere Cannas sehen! Auch in unserem Garten werden sie wieder prächtig wachsen und blühen."
Ich überlegte: "Wie viele Cannas haben wir eigentlich behalten?"

Sei so nett und rechne es aus, da brauche ich nicht in den Keller gehen und nachzählen!

Herbert Drachau